„In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken, man jahrelang im Moos liegen könnte“

 

(Franz Kafka)

 

 


Konzeptionelle pädagogische Schwerpunkte

(Die gesamte Konzeption als pdf finden Sie ganz unten als Datei-Download)

 

Naturerfahrung

 

 „Nur was ich kenne kann ich lieben, nur was ich liebe kann ich schützen.“ (Konrad Lorenz)

 

Durch den ständigen Aufenthalt im Freien erlebt das Kind die Natur unmittelbar. Verschiedenen Aktivitäten und Hinweise der begleitenden Erzieherinnen geben direkten Einblick in die Zusammenhänge der Natur .Das Kind lernt die Jahreszeiten kennen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter in ihren unterschiedlichen Qualitäten. Es erlebt die Freude über den ersten Sonnenstrahl nach dickem Nebel. Die raschelnden Blätter im Herbst oder die zugefrorenen Pfützen im Winter. Kinder bemerken oft kleinste Veränderungen und fragen nach: Von wem stammen die Spuren im Schnee? Wer hat das Blatt angefressen? Wo ist das Eichhörnchen im Winter? Wohin führt die Ameisenstraße? Die Natur um uns herum, mit all ihren Wundern, lädt täglich zum Beobachten, Experimentieren und Denken ein.

 

 

Körperlich und seelische Gesundheit

 

Dass es für Kinder kaum etwas Schöneres gibt, als sich draußen ohne Zeitdruck und Einengung bewegen zu können, weiß jeder, der sich an die eigenen Kindheit erinnert. Die Gesundheit der Kinder wird durch die Bewegung und den täglichen Aufenthalt im Freien, bei nahezu jeder Witterung in besonderer Weise gefördert. Eigene Kräfte ausprobieren können, hüpfen, springen, klettern, balancieren, kriechen – kurz alles tun, was ein gesundes Wachstum fördert. Die Entwicklung des Körpers und des Geistes stehen in engem Zusammenhang. Kinder, die ihre Bewegungsfreiheit ausleben dürfen, trauen sich mehr zu. Auf Bäume klettern, über Pfützen springen, auf Stämmen balancieren, hinzufallen, ohne sich zu verletzen – all diese Erlebnisse geben Sicherheit und Selbstbewusstsein.

 

 

Soziales uns emotionales Lernen

 

Im täglichen Miteinander im sich Erleben entwickeln die Kinder ein Bewusstsein für die eigenen Emotionen. Sie eignen sich Einfühlungsvermögen und Mitgefühl an und entwickeln Wertschätzung gegenüber den anderen. Aktivitäten in der Gesamtgruppe sind wichtig für das Bewusstsein der Kinder für ihre Gruppe. Sie schaffen Gemeinschaftserlebnisse und verbindende Erinnerungen. Bei Erkundungen, Tätigkeiten und Spielen im Wald ist jedes Mitglied der Gruppe als Helfer und Wissensvermittler gefragt. Auch das Rollenspiel nimmt im Waldkindergartenalltag einen sehr breiten Raum ein. Die zahlreichen Bau- und Spielvorhaben bieten ausreichende Möglichkeiten gemeinsame Entdeckungen zu machen und geben hinreichende Gesprächsanlässe. Im sozialen Miteinander erlebt jedes Kind seine persönlichen Schwächen und Stärken und erfährt so seine persönliche Stellung in der Gruppe.

 

 

Bedeutung des Freispiels (selbst gestaltetes Spiel)

 

„Spiel ist die Arbeit des Kindes!“

 

In Hülle und Fülle umgibt uns der Wald mit Material, das zum Spielen anregt und die Phantasie der Kinder beflügelt. Täglich schöpfen die Kinder aufs Neue aus dieser Fülle und die Ideen für immer neue Rollenspiele, Basteleien und Aktionen gehen nie aus!

 

Kinder spielen auf ihre ganz eigene Weise, es zeigt sich  in den unterschiedlichsten Tätigkeiten und Formen: In eine Pfütze springen, durch Wasser und Schlamm waten, am Bach einen Staudamm bauen, Gräser, Blumen und Blätter pflücken, sich fangen und balgen, sich verstecken in Hecken und Sträuchern, kleine Wildtiere fangen, festhalten und untersuchen, Steine und Zapfen werfen, auf Bäume und Sträucher klettern, mit Stöcke auf Baumstämme klopfen, über Baumstämme springen und balancieren, mit Naturmaterialien kochen und backen, einen Hang,  eine Böschung oder einen Berg herunterrutschen, kullern und purzeln…….

 

Diese frei gestaltete Zeit ist erlebnisreich, ist „ gelebte“ Zeit. Hier im Wald Erfahrungen zu sammeln (und besonders solch elementare Naturerfahrungen), ermöglichen auch, die eigenen Kräfte zu stärken, Grenzen zu überwinden und Ehrgeiz zu entwickeln. Jeder Tag ein Stück mehr Sicherheit!

 

 

Ganzheitliche Erziehung

 

Der Wald als fenster- und türenloser Gruppenraum eignet sich ganz besonders gut zur Verwirklichung einer ganzheitlichen Erziehung. Das „Spiel“ mit der Natur ohne vorgefertigte Materialien bietet den Kindern die Möglichkeit, die eigene Fantasie einzusetzen und eigentätig zu sein. Stille ist in der heutigen Zeit ungewohnt, aber von unschätzbaren Wert. Das genaue Hinhören, differenzierte Laute wahrzunehmen, das fördert di innere Ruhe, das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit. Regeln und Rituale geben den Kindern Orientierung, Sicherheit und Halt. Im Wald haben die Kinder beinahe unbegrenzte Bewegungsmöglichkeiten. Sie erschließen sich ihre Umwelt aktiv mit all ihren Sinnen.

 

 

Sinneswahrnehmung

 

Die Natur bietet Sinnesreize in vielfältiger Weise. Jeder Stock hat eine andere Oberfläche. Das Moos auf dem Waldboden ist weich. Die Schritte im Laub sind hörbar. Ein Spinnennetz umfangen von Tautropfen veranlasst zum genauen Hinsehen. Wie gut riecht der Waldboden nach einem Regenschauer? Und wie gut schmecken der heiße Tee und das Brot draußen im Wald! Diese Eindrücke prägen sich tief in das Gedächtnis der Kinder ein. Kinder wollen mit all ihren Sinnen erleben, um zum Gegenstand ihres Interesses eine Beziehung aufzubauen.

 

 

Schulfähigkeit

 

Unser Waldkindergarten bietet von seiner Struktur und unserem Konzept die Möglichkeit alle Basiskompetenzen im motorischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich zu fördern. Im Wald finden sich vielfältige Bewegungsanlässe und – möglichkeiten, so dass die psychomotorische Entwicklung optimal Anreize erhält. Auch im kognitiven Bereich bietet der Waldkindergarten vielfältige Förderanläse: die Beobachtung von Tieren und Pflanzen, Sammeln und Ordnen von und Experimentieren mit Naturmaterialien sind feste Bestandteile des Alltags im Waldkindergarten. Die natürliche Atmosphäre des Waldes wirkt sich außerdem auch förderlich für die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder aus. Schulvorbereitung findet in diesem Sinne von Anfang an statt, und nicht erst im letzten Kindergartenjahr.

 


Die Gesamtkonzeption wird derzeit überarbeitet...